1A.
WTO ist einer Ethik des Unterlassens verpflichtet: Nicht nichts tun, sondern vielmehr nicht tun. Die Problematik unserer Zeit ist keinem Mangel, sondern einem Zuviel geschuldet. Daran kann auch keine Ökonomie der Wachstumsrücknahme etwas ändern.
 
 
 
1B. Sein Talent zu verschwenden ist die letzte Möglichkeit widerständiger Lebenspraxis: die Selbstverunwirklichung bzw. die Weigerung, Potentiale - natürlich nur zum Besten eines behaupteten Selbst - zu realisieren und gerade nicht in eine abschöpfbare Ressource zu verwandeln. Die von unbekannter Flora und Fauna überwucherten Potentialbrachen bleiben (wir sind schliesslich der Ökologie verpflichtet) unberührt. Das fragile Gleichgewicht aktueller und zukünftiger Identitätsbiotope wird bewahrt. Schluss also mit dem Raubbau am Unbewussten und dessen exzessive Mono-Bewirtschaftung durch das Expertentum! Stattdessen: eine universelle Verschwendung, die keine Richtung, kein Ziel und erst recht kein Mass mehr kennt! Das bedeutet: exzessiver, universeller Dilettantismus. WTO, das ist die Organisation der wasted talents, die ihre Talente nicht fördern und schon gar nicht ausbeuten wollen. Die eigene Desorganisation und Zerstreuung zu betreiben ist das höchste Organisationsprinzip. Bildet keine Institute, erst recht keine Institutionen!
 
 
2A. Um das unvermeidliche Scheitern jeglichen Widerstands vorwegzunehmen: Nach der Zuwendung der zärtlich-austeilenden Hand der Kulturindustrie tritt WTO (wastedtalents.org), in einer historischen Zwangsläufigkeit (ganz im marxistisch-teleologischem Geschichtsverständnis), die Transformation in WTO (wasting-talents.org) an, die die große Talentverschwendung des internationalen Architekturbetriebes organisiert. Dazu gehört Überwindung und auch keine.
           
2B. Dass sich WTO dieses Verwandlungsprozesses nicht bewusst wird, darin liegt der bedrohliche Erfolg neoliberaler Verwertungslogik begründet (ist jedoch ein alter Hut).
 
2C. Anyway, just keep it going..., man lasse sich nicht davon täuschen, dass der Namen WTO beibehalten wird, einerseits aus Gewohnheit, und andererseits: hat man sich erst mal einen Namen gemacht...